Für GmbH-Geschäftsführer / Gesellschafter

 

 

 

 

 

 

 

"Intercompany Loans"

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen können gefährdet sein

Zwischen einer Gesellschaft und ihren Gesellschaftern ist es durchaus üblich, sich gegenseitig Darlehen zu gewähren. Für gewöhnlich fungiert der Gesellschafter (oft in der Form einer Kapitalgesellschaft) als Darlehensgeber, da er seine Tochtergesellschaften nur zu einem geringeren Teil mit Eigenkapital ausstatten möchte.
Vorsicht: Der Ausfall oder die Abschreibung solcher "Intercompany Loans" darf genauso wenig den Gewinn mindern wie eine Abschreibung auf die Beteiligung selbst! Diesen Grundsatz müssen jedenfalls Darlehensgeber beachten, die zu mehr als 25 % am Darlehensnehmer beteiligt sind. Er gilt zudem nicht nur für Darlehen, sondern auch für vergleichbare Vorgänge.
In einem Verfahren über die Aussetzung der Vollziehung vor dem Finanzgericht Berlin-Bran­denburg war streitig, ob Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zwischen zwei Gesellschaften einen solchen vergleichbaren Vorgang darstellen. Aus Sicht der Richter war dies im Streitfall so evident, dass sie die Aussetzung der Vollziehung nicht gewährten.
Hier hatte eine deutsche Kapitalgesellschaft Bauleistungen an verbundene ausländische Gesellschaften erbracht. Die daraus resultierenden Forderungen wurden drei Jahre lang nicht bedient, anschließend mündeten die Zahlungsschwierigkeiten der Auftraggeberinnen in deren Insolvenz. Hinsichtlich der Forderungen nahm die Gläubigerin keine Beitreibungsmaßnahmen vor. Das war für die Richter das entscheidende Argument für die Versagung des Betriebsausgabenabzugs: Ein fremder Inhaber einer Forderung aus Lieferungen und Leistungen hätte nämlich versucht, diese beizutreiben.
Hinweis: Um ein Betriebsausgabenabzugsverbot zu vermeiden, sollten Sie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an verbundene Unternehmen - wie ein fremder Dritter - beitreiben. Wichtig ist darüber hinaus, dass Sie dies dokumentieren.

 

 

 

 

Kapitalerhöhung

 

Umwandlung

Aktuelles zur Verlustverrechnung bei Abspaltungen

Die Umwandlung von Unternehmen gilt im Steuerrecht als eine der komplexesten Materien. Zu den ertragsteuerlichen Folgen von Unternehmens­umwandlungen gibt es zwar eigens ein Gesetz (das Umwandlungssteuergesetz), es ist allerdings recht knapp gehalten. Deshalb hat die Finanzverwaltung am 11.11.2011 ein umfangreiches Anwendungsschreiben erlassen, in dem sie erläutert, wie das Gesetz aus der Sicht des Fiskus zu interpretieren und anzuwenden ist. Dieser Umwandlungssteuererlass spielt für den Praktiker eine bedeutende Rolle. Zwischenzeitlich ist er jedoch durch zahlreiche Urteile und Gesetzesänderungen an vielen Stellen überholt.
Eine dieser Stellen ist der Passus zu Verlustvorträgen bei Abspaltungen, also bei Umwandlungen, bei denen aus einem Unternehmen heraus Teile auf andere Gesellschafter "abgespalten" werden. Dieser Abschnitt war insoweit überholt, als er das am 28.11.2017 ergangene Anwendungsschreiben zum Verlustuntergang nicht berücksichtigte. Der Fiskus hat dies zum Anlass genommen, seine Aussagen im Umwandlungssteuererlass durch ein weiteres Schreiben zu aktualisieren. Insbesondere wird der Anwendungsbereich des Verlustuntergangs für den Fall, dass eine unterjährige Abspaltung erfolgt, bei Organschaftsverhältnissen deutlich eingeschränkt.

 

 

 

 

 

 

Hier können Sie die aktuellen Steuerinformationen auch als PDF-Datei (.pdf) downloaden!